Clopidogrel - Anwendung, Wirkung und Nebenwirkungen

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Zusammenfassung
Clopidogrel ist ein Arzneistoff, der zur Vorbeugung einer Entstehung eines Blutgerinnsels (Thrombose) angewendet wird. Es ist ein Wirkstoff, der umgangssprachlich auch Blutverdünner genannt wird. Er gehört zu einer Gruppe, die als Plättchenhemmer bezeichnet werden. Blutplättchen sind sehr kleine Blutzellen, die sich während der Bildung eines Blutpfropfs zusammenklumpen. Plättchenhemmer verhindern dieses Zusammenklumpen und verringern auf diese Weise das Risiko der Entstehung von Blutgerinnseln (Thrombosen). Clopidogrel wird wegen dieser Eigenschaft zur Prophylaxe und Behandlung von kardiovaskulären Ereignissen wie Herzinfarkten und Schlaganfällen angewendet.
Wie wirkt Clopidogrel?
Clopidogrel hemmt im Zuge der Blutgerinnung das übermäßige Verklumpen der Thrombozyten und damit die Entstehung eines Blutgerinnsels. Aufgrund dieser Eigenschaft zählt Clopidogrel zu den Thrombozytenaggregationshemmern (TAH).
Thrombozyten gehören zu den weißen Blutkörperchen (Leukozyten). Sie sind zwar die kleinsten Zellen des Blutes, jedoch in Ihrer Funktion nicht zu unterschätzen. Die Thrombozyten gehören zum unerlässlichen Teil unseres Gerinnungssystems. Wird ein Blutgefäß verletzt sind Thrombozyten dafür verantwortlich, das verletzte Gefäß wieder zu verschließen. Dies erreichen Thrombozyten indem sie sich aneinanderlagern und verklumpen. Dieser Eigenschaft verdanken Thrombozyten auch ihren Namen: Thrómbos altgriechisch für Klumpen. Dieses Verklumpen wird im Fachjargon auch Thrombozytenaggregation genannt. Clopidogrel hemmt die Thrombozytenaggregation und verringert so die Wahrscheinlichkeit eines Blutgerinnsels.
Die Thrombozytenaggregation wird für die gesamte Lebenszeit des Thrombozyten gehemmt durch Clopidogrel. Diese beträgt im Schnitt 7 Tage. Da täglich neue Thrombozyten produziert werden muss die Einnahme von Clopidogrel täglich erfolgen, um eine deutliche Thrombozytenaggregationshemmung zu erreichen.
Clopidogrel ist ein sogenanntes Prodrug. Es muss erst von unserer Leber in seine Wirkform umgewandelt werden. Diese Umwandlung geschieht durch sogenannte CYP-Enzyme in der Leber. Für die Aktivierung von Clopidogrel ist das Enzym CYP2C19 zuständig. Es gibt Arzneimittel, die genau diese Umwandlung hemmen, dadurch kann Clopidogrel nicht mehr ausreichend wirken. Ein bekannter Vertreter ist Omeprazol und Esomeprazol. Falls Sie unter eine Omeprazol Therapie Clopidogrel verschrieben bekommen haben, raten wir Ihnen, gemeinsam mit Ihrem Arzt über eine Alternative nachzudenken. Pantoprazol behindert die Wirkung von Clopidogrel etwas weniger.
Welche weiteren Arzneimittel die Aktivierung von Clopidogrel verhindern, können Sie unter „Gibt es Wechselwirkungen mit Clopidogrel?“ nachlesen.
Wie und bei welchen Beschwerden wird Clopidogrel angewendet?
Clopidogrel wird für folgende Krankheitsbilder angewendet:
- Kürzlich zurückliegender Herzinfarkt oder Schlaganfall
- Periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK)
- Instabile Angina Pectoris
- Prävention eines kardiovaskulären Ereignisses
Eine Clopidogrel Filmtablette mit 75mg wird in der Regel einmal täglich immer zur gleichen Tageszeit unabhängig von den Mahlzeiten eingenommen.
Welche Nebenwirkungen können bei Clopidogrel auftreten?
Clopidogrel kann folgende Beschwerden verursachen (nachfolgend sind die häufigsten Beschwerden aufgezählt):
- Hämatome (blauen Flecken)
- Nasenbluten
- Magen-Darm-Blutungen
- Durchfall
- Bauchschmerzen
- Völlegefühl
- Sodbrennen
- Erhöhte Blutungsneigung, langsame Blutgerinnung bei Verletzungen
Wenn Sie ein erhöhtes Risiko für Magen-Darm-Beschwerden haben, kann die gleichzeitige Einnahme eines Magenschutzes sinnvoll sein. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt welches Medikament sinnvoll ist.
Gibt es Wechselwirkungen mit Clopidogrel?
Clopidogrel kann Wechselwirkungen mit folgenden Arzneimitteln verursachen:
- CYP2C19 Inhibitoren wie unter anderem Omeprazol, Esomeprazol, Pantoprazol, Fluvoxamin, Fluoxetin, Moclobemid, Voriconazol, Fluconazol, Ticlopidin, Carbamazepin und Efavirenz
- Blutgerinnungshemmende Arzneimittel wie Heparin, Acetylsalicylsäure (ASS) mit 100 bzw. 300mg, Warfarin, Phenprocoumon, Apixaban, Edoxaban, Rivaroxaban, Dabigatran
- NSAR wie Ibuprofen, Diclofenac, Acetylsalicylsäure (ASS) mit 400 bzw. 500mg, Naproxen, Celexocib, Etoricoxib und Parecoxib
- Selektive Serotonin-Wiederaufnahme-Inhibitoren (SSRI) wie Citalopram, Escitalopram, Fluoxetin, Fluvoxamin, Paroxetin und Sertralin
Weitere Informationen:
- Nehmen Sie Clopidogrel immer genau nach Absprache mit dem Arzt
- Die empfohlene Dosierung ist 1x tägl. 75 mg Clopidogrel, täglich zur gleichen Zeit, unabhängig von Mahlzeiten
- Wenn versehentlich eine größere Menge eingenommen wird, soll der behandelnde Arzt sofort informiert werden.
- Wurde eine Einnahme vergessen, kann diese innerhalb 12 Stunden nachgeholt werden. Danach wird die normale Einnahme weitergeführt. Wird dieses erst nach mehr als 12 Stunden bemerkt, wird keine Einnahme nachgeholt, sondern mit der üblichen Dosierung weitergemacht.
Die Einnahme soll nicht selbstständig abgebrochen werden.
Veröffentlicht am: 14.04.2022
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ATC Code(s)
ATC Codes sind internationale Klassifikationen von Wirkstoffen und Arzneimitteln.
- B01AC04
- Quelle: Gelbe Liste
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Quellen
https://www.gelbe-liste.de/wirkstoffe/Clopidogrel_27391
Mutschler, E.: Arzneimittelwirkungen. Wissenschaftliche Verlagsgesellschaft, Stuttgart 2020
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