Augenentzündung - Symptome, Ursache und Behandlung

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Eine Augenentzündung ist äußerst unangenehm und geht in der Regel mit Juckreiz, geröteten Augen, übermäßigem Tränenfluss und einigen weiteren Symptomen einher. Es ist wichtig, diese Beschwerden augenärztlich abklären zu lassen, da eine möglicherweise ernste Erkrankung zugrunde liegen könnte. Unbehandelt kann diese die Sehkraft dauerhaft beeinträchtigen. Auslöser für eine Augenentzündung gibt es viele. Zum Beispiel wirken Umwelteinflüsse wie Staub, starkes Licht oder Kälte reizend auf die Augen. Auch Infektionen oder bestehende Allgemeinerkrankungen können zu einer Augenentzündung führen.
Wie äußert sich eine Augenentzündung?

Eine Augenentzündung kann verschiedene Bereiche des Sehorgans betreffen: die Bindehaut, die Iris, die Lederhaut, die Augenlider, die Hornhaut oder die Tränenwege. Neben anderen Symptomen äußert sich die Entzündung häufig mit
- roten Augen,
- Sehstörungen,
- verminderter Sehschärfe,
- Juckreiz,
- verstärktem Tränenfluss,
- Lichtempfindlichkeit,
- Augenschmerzen,
- Fremdkörpergefühl oder
- verklebten Augenlidern durch Schleim- oder Eiterabsonderung.
Manchmal schwillt zudem das Augenlid so stark an, dass es sich nicht mehr öffnen lässt. Das ist etwa dann häufig der Fall, wenn sich am Ober- oder Unterlid ein mit Eiter gefüllter Abszess gebildet hat.
Eine Augenentzündung wird je nach dem betroffenen Bereich unterschiedlich bezeichnet:
- Konjunktivitis: Entzündung der Bindehaut
- Blepharitis: Entzündung des Lidrandes
- Keratitis: Entzündung der Hornhaut
- Skleritis: Entzündung der Lederhaut
- Iridozyklitis: Entzündung der Iris
- Gerstenkorn (Hordeolum) bzw. Hagelkorn (Chalazion): Entzündung bzw. chronische Entzündung der Liddrüsen
- Entzündung der Tränenorgane, z. B. des Tränensacks (Dacryocystitis)oder eines Tränenkanals (Canaliculitis)
Was verursacht eine Augenentzündung?
Das Auge ist mit verschieden Schutzmechanismen ausgestattet. So sorgt der Wimpernkranz dafür, dass sich grobe, in der Luft schwebende Partikel wie Pollen oder Staub in den Wimpern verfangen. Gelangen sie doch auf die feuchte Augenoberfläche, bleiben sie dort haften und werden durch einen beschleunigten Lidschlag und eine verstärkte Produktion von Tränenflüssigkeit abgewischt und ausgeschwemmt. Allerdings greift dieser Mechanismus nicht bei allen Auslösern einer Augenentzündung, zum Beispiel:
- Bei einer durch Bakterien ausgelösten Infektion am Auge mit Bakterien (z. B. Chlamydien), Viren, Pilzen, Einzellern oder Parasiten
- Bei Benetzungsstörungen krankhafter und nicht krankhafter Ursache, wodurch die Augenoberfläche nicht ausreichend befeuchtet wird, z. B. durch einen verminderten Wimpernschlag beim Lesen oder Bildschirmarbeit
- Bei Verstopfung abführender Gänge der Tränen- und Liddrüsen
- Bei gesteigerter Sekretbildung (Fette [Lipide] und Schweiß) aus den Meibom-, Zeiss- und Molldrüsen am Lidrand
- Nach Augenoperationen, z.B. bei grauem Star oder einer Netzhautablösung
- Bei einer zu langen Tragedauer von (weichen) Kontaktlinsen
- Bei Traumata wie Verätzungen mit Chemikalien oder Verletzungen durch Pflanzenteile bei der Gartenarbeit
- Bei mangelnder Hygiene, z. B. im Umgang mit Kontaktlinsen oder durch Berühren des Auges mit schmutzigen Fingern
- Bei Allergien, z. B. gegen Inhaltstoffe von Augentropfen oder -salben, Kontaktlinsenpflegemittel
- In Verbindung mit anderen (auto)immun- oder infektionsbedingten Erkrankungen wie rheumatoider Arthritis, Tuberkulose, HIV, Herpes, Syphilis, Sarkoidose, Gicht, Diabetes mellitus, Rosazea, Windpocken oder einer Infektion der oberen Atemwege
- Bei Umwelteinflüssen wie übermäßiger UV-Strahlung, Rauch, Staub, Pollen, Tierhaare, Wind, Hitze, Kälte, Duftstoffe, Pollen
- Bei übermüdeten Augen
Wann ärztlichen Rat einholen bei einer Augenentzündung?
Fühlt sich das Auge entzündet an, ist es wichtig, zeitnah eine augenärztliche Praxis aufzusuchen. Das gilt besonders, wenn neben roten Augen Kopfschmerzen, Übelkeit, Lichtempfindlichkeit und eine verminderte Sehschärfe eingetreten sind. Nur wenn der Auslöser der Augenentzündung ausfindig gemacht wird, ist eine Behandlung möglich. Wird die Entzündung nicht richtig therapiert, kann sie chronisch werden oder auf andere Bereiche des Auges übergreifen. In schweren Fällen wird dadurch das Sehvermögen dauerhaft eingeschränkt – bis hin zur Erblindung.
Diagnostik und Therapie bei einer Augenentzündung
Dass eine Augenentzündung vorliegt, ist in der augenärztlichen Praxis in der Regel auf den ersten Blick ersichtlich. Um jedoch die Ursache der Entzündung herauszufinden, erhebt die Augenärztin oder der Augenarzt die Krankengeschichte (Anamnese) und erfragt, ob
- der Entzündung eine Verletzung vorangegangen ist.
- Kontaktlinsen getragen werden und wenn ja, wie lange die Tragedauer ist und wie häufig die Person die Kontaktlinsen wechselt.
- eine (auto-)immunologische Erkrankung bekannt ist oder z. B. eine Infektion vorliegt.
- das Auge durch eine intensive Sonneneinstrahlung, z. B im Skiurlaub, oder anderen reizenden Umwelteinflüssen ausgesetzt war.
- Allergien bestehen.
Für die Untersuchung des Auges kommt die Spaltlampe zum Einsatz, mit der sich die tieferen Strukturen des Auges untersuchen lassen. So lässt sich erkennen, wie weit das Auge von der Entzündung betroffen ist oder verletzt wurde. Mit einem Sehtest lässt sich beurteilen, inwieweit die Augenentzündung die Sehschärfe beeinträchtigt. Ein Abstrich ermöglicht es, eventuell vorhandene Erreger zu bestimmen und dann eine geeignete Behandlung auszuwählen. Wird eine Allergie vermutet, kommt ein Allergietest infrage.
Die Behandlung richtet sich nach der Ursache der Augenentzündung. Bei einem bakteriellen Erreger wird ein Antibiotikum in Salben- oder Tropfenform verschrieben. Ist die Erkrankung auf eine Virusinfektion zurückzuführen, kommt etwa ein Virostatikum zum Einsatz oder Medikamente, welche die Symptome so lange abmildern, bis die Entzündung abgeklungen ist. Dafür kommen Glukokortikoide oder Antihistaminika infrage. Auch Tränenersatzmittel lindern die Symptome, indem sie die Augenoberfläche benetzen und feucht halten.
Was können Sie selbst bei einer Augenentzündung tun?
Wenn Sie von einer Augenentzündung betroffen sind, ist es wichtig, dass Sie auf eine gesteigerte Handhygiene achten. Nehmen Sie gewissenhaft Ihre Medikamente ein. So vermeiden Sie, dass sich eine Resistenz entwickelt, wenn Sie ein Antibiotikum verschrieben bekommen haben. Versuchen Sie, Ihre Augen immer feucht zu halten, indem Sie darauf achten, die Augen häufig zu bewegen und zu blinzeln, über den Tag verteilt ausreichend Wasser zu trinken und benetzende Augentropfen zu verwenden, sollten diese Maßnahmen nicht ausreichen. Außerdem ist es wichtig, dass Sie keine Augenmedikamente, Hygiene- oder Kosmetikartikel und weitere Gegenstände wie ein Kameraobjektiv, die mit Ihren Augen in Kontakt kommen, mit anderen Menschen teilen. Die Augen lassen sich vor manchen Umwelteinflüssen mit einer Brille schützen, beispielsweise vor dem Sonnenlicht am Meer oder im Skiurlaub oder im handwerklichen Bereich vor fliegenden Sägespänen, Chemikalien oder einer hohen Staubbelastung.
Veröffentlicht am: 06.11.2024
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Quellen:
[1] Lang, G. K. Augenheilkunde. 6. Auflage. Thieme Verlag
[2] Pschyrembel. Online. Skleritis. https://www.pschyrembel.de/Skleritis/K0L3J/doc/
[3] Pschyrembel. Online. Keratitis. https://www.pschyrembel.de/keratitis/K0BL0/doc/
[4] Pschyrembel. Online. Iridozyklitis. https://www.pschyrembel.de/Iridozyklitis/K0B54/doc/
[5] Pschyrembel. Online. Blepharitis. https://www.pschyrembel.de/Blepharitis/K03VB/doc/
[6] Pschyrembel. Online. Chalazion. https://www.pschyrembel.de/Chalazion/K04PF/doc/
[7] Pschyrembel. Online. Konjunktivitis. https://www.pschyrembel.de/Konjunktivitis/K0C2E
[8] Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (infektionsschutz.de). Augeninfektionen. https://www.infektionsschutz.de/infektionskrankheiten/krankheitsbilder/augeninfektionen/#tab-6202-c21414
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