Milchalternativen im Überblick: Mandelmilch und viel mehr

Ganz klar, Milch gehört zu den Grundnahrungsmitteln. Die klassische Kuhmilch nimmt dabei den Löwenanteil ein. Hier hat allerdings in den vergangenen Jahren ein Umdenken stattgefunden. Das hat vor allem einen Grund: Die Alternativen zur Kuhmilch drängen sich in den Vordergrund und sichern sich immer höhere Absatzzahlen. Zwischen den Jahren 2020 und 2022 erhöhten sich in Österreich die Zahl verkaufter Produkte im Bereich der pflanzlichen Milchprodukte immerhin um 21 %. Doch was steckt eigentlich hinter und in Sojamilch, Mandelmilch und Co. und wofür eignen sie sich besonders gut? Es ist an der Zeit, die Vielfalt für sich zu entdecken!
Inhalsverzeichnis
Welche Milchalternativen gibt es?
Aus ethischen, gesundheitlichen oder geschmacklichen Motiven greifen manche Verbraucherinnen und Verbraucher nicht zur Kuhmilch, sondern zu Milchersatzprodukten und davon gibt es eine Menge. Hier ein kleiner Überblick über die gängigsten Alternativen:
- Sojamilch – hergestellt aus Sojabohnen und oft in verschiedenen Geschmacksrichtungen erhältlich
- Mandelmilch – hergestellt aus gemahlenen Mandeln mit einem milden, leicht süßlichen Geschmack
- Hafermilch – hergestellt aus Haferflocken und Wasser und von einer cremigen Konsistenz mit einem milden Geschmack
- Kokosmilch – hergestellt aus dem Presssaft des Fruchtfleischs der Kokosnuss mit einem deutlichen Kokosgeschmack
- Reismilch – hergestellt aus braunem oder weißem Reis mit einem süßlichen Aroma
- Cashewmilch – hergestellt aus Cashewnüssen mit einer cremigen Textur und einem milden Geschmack
- Hanfmilch – hergestellt aus Hanfsamen mit einem leicht nussigen Geschmack
- Quinoamilch – hergestellt aus Quinoa mit einem milden, leicht nussigen Geschmack
Welches Milchersatzprodukt das Beste ist, lässt sich nicht eindeutig bestimmen. Das hängt ganz und gar vom persönlichen Geschmack, den ernährungsphysiologischen Absichten und dem Verwendungszweck ab. Eines ist jedoch sicher: Die vier Vorreiter in der Gruppe sind Sojamilch, Mandelmilch und Hafermilch.
Welche Vorteile bieten Sojamilch, Mandelmilch und Co.?
Pflanzliche Milchersatzprodukte wie Sojamilch, Mandelmilch, Kokosmilch und andere haben in den letzten Jahren an Popularität gewonnen. Diese Produkte bieten eine Reihe von Vorteilen, die sie zu einer attraktiven Ergänzung oder einem ansprechenden Ersatz zu herkömmlicher Kuhmilch machen.
- Ein zentraler Vorteil dieser pflanzlichen Milchalternativprodukte besteht darin, dass sie laktosefrei und milchfrei Dies macht sie besonders geeignet für Menschen, die beispielsweise von einer Intoleranz betroffen sind. Darüber hinaus sind sie fester Bestandteil einer veganen Ernährung und tragen dazu bei, den Bedarf an tierischen Produkten zu reduzieren.
- Die Nährstoffvielfalt ist ein weiterer positiver Aspekt. Sojamilch beispielsweise gilt als eine ausgezeichnete Proteinquelle, während Mandelmilch für einen erhöhten Gehalt an Vitamin E und ungesättigten Fettsäuren bekannt ist. Hafermilch kann Ballaststoffe und Haferbeta-Glucane liefern. Diese Vielfalt ermöglicht es den Verbraucherinnen und Verbrauchern, Milchalternativen zu wählen, die ihren individuellen Ernährungsbedürfnissen am besten entsprechen.
- Beachtenswert ist außerdem, dass einige Alternativprodukte besonders umweltfreundlich Ihre Produktion erfordert oft weniger Ressourcen an Wasser und Land im Vergleich zur konventionellen Milchproduktion. Dies trägt zu einer geringeren Umweltbelastung bei und kann sie zu einer nachhaltigeren Option machen.
- Nicht zuletzt faszinieren pflanzliche Alternativen zur Kuhmilch durch eine vielseitige Verwendbarkeit in der Küche, was den Gaumen erfreut: Ob im Kaffee, Müsli, Smoothie oder beim Kochen und Backen – sie lassen sich ähnlich wie Kuhmilch in zahlreichen Rezepten einsetzen, wodurch sich neue Geschmackswelten auftun. Dies macht sie zu einer flexiblen Wahl für Menschen mit verschiedenen Geschmackspräferenzen und kulinarischen Vorlieben. Ein Ausprobieren lohnt sich.
An dieser Stelle ist ein Extrahinweis wichtig: Die individuellen Nährstoffzusammensetzungen der Produkte sollten berücksichtigt werden, da sie je nach Marke und Herstellungsmethode variieren können. Die Produktetiketten geben hierzu nähere Auskünfte.
So vielfältig verwendbar: Sojamilch, Mandelmilch und Hafermilch
Jede Milchart ist ein bisschen anders und in diesen feinen Unterschieden liegt das Potenzial, sich in der Küche auszutoben und ein ungeahntes Spektrum von Aromen zu erkunden. Besonders vielseitig verwendbar ist die Sojamilch. Sie kann als Kuhmilchersatz für Milchkaffee, Tee, Müslis und Smoothies dienen. Beim Kochen brilliert sie in Suppen, Soßen, Puddings und im Gebäck. So gibt es Rezepte mit Sojamilch für Béchamelsauce, Pfannkuchen und Gemüsedips.

Wer das leicht süßliche, nussige Aroma schätzt, ist oft von der Mandelmilch begeistert. Sie bringt in Kaffeegetränken, Müslis und Porridge eine subtile Geschmacksnote. Die glatte und seidige Konsistenz macht sie ideal für Desserts wie Pudding und Eiscreme. Doch es lohnt sich auch, eins der Rezepte mit Mandelmilch für Mandelsoße auszuprobieren, die perfekt zu Nudeln und Gemüse passt.
Auch die Hafermilch ist eine Allzweckmilchalternative. Das heißt aber nicht, dass sie nicht zu mehr fähig wäre, als die Frühstücksflocken oder den Tee zu bereichern. So gibt es Rezepte mit Hafermilch, um eine vollwertige Suppe mit Suppengemüse und Gemüsebrühe zu kochen. Mit Zwiebel, Knoblauch, Hefeflocken und Spinat kombiniert entsteht im Nu eine cremige Nudelsoße.
Exotik gefällig? Als weitere interessante Option sei an dieser Stelle Kokosmilch zu nennen. Ihre füllige Textur und der Kokosgeschmack sind perfekt für ein Gemüse-Kokos-Curry und oder eine Thai-Kokossuppe, die dadurch eine reichhaltigere Konsistenz erlangen. Und selbstverständlich gibt es Rezepte mit Kokosmilch für Süßspeisen: Pudding und Eiscreme sind dafür zwei bewährte Beispiele, die Alt und Jung munden.
Geheimtipp Vollmilchpulver und Joghurtbereiter
Kennen Sie schon Vollmilchpulver? Dieses Produkt entsteht, indem frischer Vollmilch das Wasser entzogen wird. Es bietet eine verlängerte Haltbarkeit und bequeme Lagerung, was für alle ideal ist, die nicht häufig zur Milch greifen. Darüber hinaus ist das Pulver überaus vielseitig. Es dient als reichhaltige Zutat in Backwaren, Soßen und Getränken. Für die Zubereitung von Joghurt eignet es sich ebenfalls und dies führt zum nächsten Geheimtipp: dem Joghurtbereiter.
Dies ist ein elektrisches Gerät, mit dem Sie in der heimischen Küche selbständig Joghurt herstellen und somit Ihren eigenen Mini-Molkereibetrieb haben. Zwar wäre eine Joghurtherstellung ohne dieses Gerät möglich, aber deutlich umständlicher, zeitintensiver und schwieriger. Das Küchengerät schafft nämlich optimale Bedingungen für die Fermentation von Milch, wodurch die Bildung von Joghurtkulturen begünstigt wird.
Wer allerdings glaubt, mit dem Gerät könne man nur den Joghurt nach dem persönlichen Gusto produzieren, der täuscht sich. Andere fermentierte Produkte lassen sich damit ebenfalls erzeugen. Dazu zählen beispielsweise Kefir, Quark, Sauerrahm, Buttermilch und Frischkäse. Naschkatzen erfreuen sich an einem Joghurteis. Dafür wird mit dem Küchengerät eine Joghurtmischung zum Einfrieren kreiert. Ein weiterer Hit sind die indischen Joghurtgetränke Lassi. Sie werden nach den Prinzipien des Ayurveda zubereitet und sollen der mentalen und körperlichen Gesundheit guttun.
Achtung: Auch in Milchalternativen können Inhaltsstoffe enthalten sein, die zu allergischen Reaktionen oder Unverträglichkeiten führen können. Falls Sie unsicher sind, kontaktieren Sie Ihre zuständige Ärztin oder Ihren zuständigen Arzt.
Milchprodukte & Milchalternativen im Überblick
Veröffentlicht am 04. April 2024
Quellen
[1] The Good Food Institute Europe. 2023. Österreich: Entwicklung des Marktes für pflanzliche Lebensmittel im Einzelhandel 2020-2022. https://gfieurope.org/wp-content/uploads/2023/03/Marktentwicklung-Plantbased-in-Osterreich-2020-2020-DE.pdf